WN vom 11.10.2017

Tafeln an der Burg Lüdinghausen restauriert
Es wurde Zeit

Zwei Tafeln an der Fassade des Westflügels der Burg Lüdinghausen hat Restauratorin Eva Möllenkamp jetzt saniert. Auf ihnen sind vier alte Wappen sowie die Jahreszahlen 1569 und 1902 in lateinischen Buchstaben zu sehen. Restauratorin Eva Möllenkamp (Mitte) erläuterte Sylvia Lezius (l.), der Vorsitzenden des Vereins „Freunde der Burg Lüdinghausen“ und Stadtarchivarin Liane Schmitz ihre Arbeit. Foto: Peter Werth, WN

Zwei Tafeln – ehemalige Türstürze – an der Fassade des Westflügels der Burg Lüdinghausen hat Restauratorin Eva Möllenkamp wiederhergestellt. Zu sehen sind dort verschiedene Wappen und die Jahreszahlen 1569 und 1902. Die Finanzierung haben die Burgfreunde übernommen.


Der Farbunterschied der beiden Tafeln ist nicht zu übersehen. Er weist darauf hin, dass beide nicht nur aus unterschiedlichem Sandstein sind, sondern aus anderen Zeiten stammen. Zu sehen sind sie an der Fassade des zu Beginn des 1902 errichteten Westflügels der Burg Lüdinghausen. Der linke, ältere ist aus Baumberger Sandstein und stammt aus dem Jahr 1569. Der rechte, wegen seines Silikatanteils dunklere Sandstein ist mit der Jahreszahl 1902 versehen.


Beide Tafeln waren über viele Jahre den Unbilden von Wind und Wetter ausgesetzt und kaum noch zu entschlüsseln. Dem hat jetzt Restauratorin Eva Möllenkamp ein Ende bereitet. Sie hat beide Tafeln, die wohl in früheren Jahren als Türstürze dienten, wieder aufgefrischt. „Beide waren stark verschmutzt. Schwarze Krusten hatten sich gebildet“, beschreibt sie den Zustand vor der Restaurierung.


Am Dienstag machte sichSylvia Lezius, die Vorsitzende der Burgfreunde, ein Bild von der fertigen Arbeit. Auch Stadtarchivarin Liane Schmitz und Dr. Ilona Tobüren-Bots vom Heimatverein nahmen das Ergebnis in Augenschein. „Es wurde Zeit, dass etwas daran gemacht wird“, waren sich alle einig. Neben den Jahreszahlen in lateinischen Ziffern sind vier Wappen – das Merfeldtsche, das Raesfeldsche sowie das aus Kreuz und Sichel bestehende Signet der Landwirtschaftsschule und die Stadtglocke – zu sehen. Abgebildet ist zudem die Figur des heiligen Paulus mit einem Schwert. „DENUO EXSTRUCTUM“ – neu errichtet – steht auf der rechten Tafel und verweist auf den Neubau des Westflügels der Burg mit der Jahreszahl 1902 in lateinischen Ziffern.

Die Finanzierung der Arbeit haben die Burgfreunde über Sponsoren realisiert. „Ehemalige Schüler der Landwirtschaftsschule haben uns auf diese Tafeln hingewiesen. Sie sollten doch erhalten werden“, erklärt Lezius den Ansporn für die Restaurierung.

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