Die Renaissanceburg Lüdinghausen liegt auf der östlichen Seite der Stever in einem weiten Bogen des Flusses. Zusammen mit der 700m nördlich gelegenen Burg Vischering und der Burg Wolfsberg, die sich nur 300m entfernt im Süden befindet, bildet sie eine einmalige Denkmallandschaft.

Die erste schriftliche Erwähnung aller drei Burgen stammt aus dem Jahre 1271. Damals setzte sich der Bischof von Münster gegen das Machtstreben der Ritter von Lüdinghausen, die zu jener Zeit auch die Burg Wolfshelm besaßen, zur Wehr und bemannte eine später Vischering genannte Burg mit seinem Drosten.

Burg und Herrschaft Lüdinghausen gehörten von800 bis 1803 zu dem Kloster Werden (heute in Essen), das sie als Lehen weitergab. Nach dem Aussterben des letzten Lehnsnehmers aus dem Geschlecht der Ritter von Lüdinghausen im Jahre 1443 und einer kurzen Phase in bischöflicher Hand, wurde ab 1509 das Domkapitel in Münster neuer Vasall. Das Domkapitel übertrug sein "Amt Lüdinghausen" in der Folgezeit jeweils einem Mann aus den eigenen Reihen.

Der wohl bekannteste Amtsmann oder Amtsherr ist Gottfried von Raesfeld (1568-1586). Als Domdechant war er der mächtigste Mann im Domkapitel. Dieses beauftragte ihn, die baufällige Burg Lüdinghausen und deren Vorburg, die kurz nach Raesfelds Amtsantritt abbrannte, neu zu errichten. Er baute sie zu einem ansehnlichen Domherrensitz im Renaissancestil für 6000 Taler aus.

Von dem raesfeldschen Bau bestehen noch heute der z.T. auf älteren Grundmauern errichtete komplette Südflügel sowie der Rest einer Treppe und ein Brunnen im Keller des heutigen Eingangsbereichs der Hauptburg, außerdem der Giebel des Bauhauses (Ökonomiegebäude) auf der Vorburg. Eine Vielzahl von Wappen auf Türstürzen, Kaminsimsen und Hausfassaden weisen auf den Bauherrn und das Münsteraner Domkapitel hin.

Seit 1880 ist die Burg in städtischem Besitz. Der gesamte Westflügel, der heutige Turm sowie das Torhaus auf der Vorburg entstanden anstelle von älteren Gebäuden um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, als die Burg die Landwirtschaftschule beherbergte. Nach einer Renovierungszeit von fast fünf Jahren steht die Renaissanceburg Lüdinghausen seit 2002 der Öffentlichkeit als sozio-kulturelles Zentrum zur Verfügung.

Im März 2004 haben sich Lüdinghausener Bürgerinnen und Bürger zusammen gefunden, um die sozio-kulturelle Einrichtung "Burg Lüdinghausen" zu begleiten, ihre zweckentsprechende Nutzung zu fördern und im Rahmen der Kulturpflege den renaissanceteil der Burg zu präsentieren.

Ihre "Freunde der Burg Lüdinghausen e.V."